Natur pur und eisgekühlt

Neu in Ostheim und im HGV Stuttgart-Ost: „Zur Schleckerei“ 
Mit ihrem handwerklich hergestellten Eis, „ohne künstliche Aromen, ohne künstliche Zusatzstoffe, ohne Schnickschnack“, haben Joëlle Massen und Fabiano Arganese offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Im Mai haben sie ihre kleine Eisdiele „Zur Schleckerei“ in der Landhausstraße eröffnet und seither alle Hände voll zu tun – viele Kunden kommen jeden Tag vorbei. Die beiden gelernten Eismacher nehmen es sehr genau mit den Zutaten. „Kokos-Eis ist bei uns aus Kokosnuss, Joghurt aus echtem Joghurt und unsere Schokolade schmelzen wir selbst aus echtem Kakao“, nennen sie einige Beispiele. Und die Sorbets schmecken nach Frucht, weil einfach viel Frucht und nichts anderes drin ist.

Täglich stehen zwölf Sorten  – sechs Milcheis, sechs Sorbets – auf der Karte. Lediglich die Klassiker Schokolade, Stracciatella, Joghurt und Zitrone sind gesetzt, die anderen wechseln. So können die Kunden immer neue Entdeckungen machen: Apfel-Feigen-, Birnen- oder Pfirsich-Sorbet zum Beispiel, oder Sorten wie salzige Erdnuss, Karamell-Salz oder Ziegenkäse-Eis mit karamellisierten Nüssen und Honigsoße. Auch Brezeleis gibt es gelegentlich, schon als Hommage an die Vergangenheit der eigenen Räume, in denen früher – wovon noch der Türgriff in Brezelform zeugt – eine Backstube mit Laden untergebracht war. 
Das Ehepaar war schon ziemlich lange auf der Suche nach Räumen, als es auf sein jetziges Domizil in der Landhausstraße 154 stieß und sofort wusste: Das ist es. Die ehemalige Backstube bot gute Voraussetzungen für die Eisproduktion; die beiden haben sie und den Verkaufsraum umfassend selbst renoviert. Jetzt ist alles hell und freundlich, draußen vor dem Fenster steht eine Bank, auf der fast immer jemand sitzt und ein Eis schleckt. Nicht nur die Räume, das ganze Quartier hat es den Eismachern angetan. Umgekehrt sind sie bei den Nachbarn sehr beliebt, nicht wenige davon zählen zur Stammkundschaft. 
Joëlle und Fabiano produzieren jeden Morgen frisch, was sie dann im Lauf des Tages verkaufen. Geöffnet ist derzeit Dienstag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr, am Samstag und Montag von 14 bis 19 Uhr. Längerfristig will das Paar versuchen, auch am Sonntag öffnen zu dürfen. 
Bleibt noch die Frage zu klären, wie die Deutsch-Luxemburgerin und der Italiener zum Eismachen kamen. Tatsächlich war Fabianos Vater Italiener und leidenschaftlicher Eismacher; er selbst dachte dennoch lange nicht an diesen Beruf. Erst als das Paar den Papa krankheitshalber immer öfter unterstützen musste, kam es auf den Gedanken, die eigene Existenz auf die kalte Leckerei zu bauen: „Dann haben wir beide eine Eisfachschule besucht und das von der Pike auf gelernt.“ Denn wer auf die Art Eis macht wie sie, mit ausschließlich natürlichen Zutaten, braucht umfassende Kenntnisse über deren Eigenschaften, über Gefrierpunkte und verschiedene Verfahren. Denn nur dann gelingt es, mit wenigen, einfachen Zutaten eine der perfektesten Sachen der Welt zu schaffen. 
Die Eisprofis freuen sich, wenn’s schmeckt. Foto: aia