Stimmen zum Wender

Eine Unterschriftensammlung läuft, es wird diskutiert und öfter auch mal geschimpft. „Ihr Stadtteil aktuell“ hat einige Stimmen zum Thema Wender in der Ostendstraße gesammelt.
 
Thomas Rudolph, Vorsitzender des HGV Ost und CDU-Bezirksbeirat: Ich bin dagegen, dass der Wender ganz geschlossen wird, weil das Dauerstaus, mehr Abgase und unnötig gefahrene Kilometer nach sich zieht. Auch bei einer halben Schließung, wie sie bisher geplant war, würden ja sechs neue Bäume gepflanzt. Ganz wichtig ist mir die Situation von Handel und Gewerbe. Bisher haben wir einen guten Mix, der sich auch gegenüber der Innenstadt behaupten kann. Es fahren auch viele Kunden aus der Umgebung zum Einkaufen an. Das sollte man unter keinen Umständen gefährden.
 
Jörg Trüdinger, SPD-Bezirksbeirat: Wir stehen zu dem, was wir auch im Bezirksbeirat vertreten haben: Wir könnten uns gut einen durchgehenden Grünstreifen vorstellen, aber wir wollen auf keinen Fall den Einzelhandel schädigen – der ist das Herz des Ostens. Ich persönlich bin überzeugt, dass es dem Einzelhandel sogar gut täte, wenn Leute auf der Allee flanieren würden. Aber um sicher zu gehen, möchten wir auf jeden Fall den Verkehrsversuch abwarten.
 
Veronica Beck, Bezirksbeirätin Grüne: Ich fahre fast täglich mit dem Fahrrad durch die Ostendstraße, das ist kein Vergnügen – rechts Autos, links Autos und wenig Platz dazwischen. Es wäre viel angehmer, wenn man in der Mitte fahren könnte und die Allee durchgezogen wäre. Da sind jetzt die Taxis im Weg, sie gehören deshalb an den Straßenrand vor Rewe. Parkplätze gibt es auch in der Tiefgarage, sogar eine Stunde kostenlos. Auf der Allee flanieren bei schönem Wetter auch Leute und sitzen auf den Bänken. Sowas hat nicht jeder Stadtbezirk. Der Wender wird nur wenig frequentiert und die Ostendstraße ist auch selten verstopft.
 
Martin Körner, Bezirksvorsteher: Alle sind sich einig, dass die Allee in der Ostendstraße für die Bürger attraktiver werden soll. Ob der Verkehr zusammenbricht, wenn wir die Allee und das Grün komplett durchziehen, muss jetzt der Verkehrsversuch zeigen. Danach sind wir alle schlauer und können eine gute Entscheidung treffen.“
 
Skender Metani, Taxifahrer mit Standort Ostendplatz: Der Wender sollte bleiben wie er jetzt ist, alles andere ist unnötig ausgegebenes Geld. Die Taxiplätze sind am besten da aufgehoben, wo sie sind – man kann ohne Probleme Türen öffnen, ein- und aussteigen und wir brauchen nicht zu rangieren.
 
Andrea Klutt, Geschäftsführerin des Schuladens in der Ostendstraße 76: Ich bin dafür, dass der Wender zumindest einspurig erhalten bleibt. Wichtiger noch ist, dass die Taxiplätze in der Mitte bleiben, denn wir haben ohnehin wenig Kunden-Parkplätze. Momentan ist auf unserer Seite die Verkehrssituation einigermaßen gut, aber gegenüber vor Rewe oft katastrophal, wenn zum Beispiel drei Busse nacheinander kommen. 
 
 
Federico Busarello, Bezirksbeirat FDP: Grundsätzlich finden wir es gut, das Gebiet um den Ostendplatz lebenswerter zu gestalten. Wir von der FDP verstehen unter "lebenswert" aber nicht nur das Begrünen von Straßen und Plätzen, sondern auch ein gesundes und funktionierendes fußläufiges Gewerbe. Darum stehen wir einer Vollsperrung des Wenders skeptisch entgegen, weil wir befürchten, dass Kleinbetriebe zu Schaden kommen könnten. Desweiteren sehen wir die Gefahr, dass durch die Vollsperrung des Wenders, der direkte Zugang für Rettungsfahrzeuge in die Roßbergstraße und Jakob-Holzinger-Gasse erheblich erschwert wird und im Notfall wertvolle Minuten verloren gehen.